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"Kriegsgefangene - Guten Morgen!" "WOIENNO PLENNI - sdrasdwuitje!" Meine Erinnerungen an die Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion von 1945-1948 Erinnerungen Teil 3 Berichtet von Ritterkreuzträger Leutnant a. D. Georg Bose
Nicht im Buchhandel erhältlich ! 344 Seiten, 20 Fotos und Abbildungen, Softcover. 25,00 Euro zzgl. Verpackung und Versand.
In Teil 3 seiner Erinnerungen schildert Georg Bose die Zeit seiner Kriegsgefangenschaft bis 1948. Er beginnt mit den letzten Kriegstagen im Mai 1945 und den Ereignissen nach der Kapitulation in der Tschechoslowakei, es folgt die Gefangennahme durch die Amerikaner und die anschließende Auslieferung an die Sowjets. Er führt den Leser durch den Lageralltag der deutschen Kriegsgefangenen in den Weiten Rußlands. Ein Name wird für ihn immer wieder zum Anlaufpunkt in dieser Zeit, das berüchtigte Lager Tscherepowez. Das vorliegende Buch gehört zu den beeindruckendsten Zeitdokumenten zu diesem Kapitel deutscher Geschichte.
Auszug aus dem Inhalt "... Es muß etwa gegen 5 Uhr gewesen sein und wir schrieben den 11. Mai 1945, als einer meiner beiden Betreuer aus dem Nachbarzelt an meinen Füßen rüttelte und ganz aufgeregt rief: "Herr Leutnant, Herr Leutnant, aufstehen, die Russen sind da!" - "Wer ist da?? Die Russen? Das kann doch nicht sein!", rief ich zurück und kroch verschlafen aus dem Bau, rieb mir die Augen und sah hinüber zur Lagereinfahrt. Im letzten Moment sah ich eben noch einen Jeep der Amerikaner davon preschen und dann rollten die letzten Sherman-Panzer auf der Straße davon, eine dicke Staubwolke hinter sich aufwirbelnd. "Mensch, das darf doch nicht wahr sein, diese Hunde! Die können uns doch nicht einfach den Russen ausliefern!", stieß ich hilflos hervor. Auch die anderen Offiziere kamen heran gerannt. Ein Landser kam ganz aufgeregt und berichtete: "Unsere Wlassow-Leute sind gleich mit ausgebreiteten Armen hin zu ihren Landsleuten, ich habe es gesehen! Gleich darauf krachten Gewehrkolben der Rotarmisten auf ihre Köpfe und sie brachen schreiend zusammen, ich habe es gesehen!", stammelte er völlig außer sich immer wieder. Dann hörte ich auch Schüsse von der Straße her und eine beachtliche Anzahl von Sowjets stürmten in das Lager, brüllten etwas, was ich nicht verstehen konnte, fuchtelten wie wild mit ihren Gewehren und Maschinenpistolen herum, immer wieder Feuerstöße abgebend. Man kriegte den Eindruck, eine besoffene Horde von Hunnen stürmt eine Stellung der deutschen Wehrmacht an der Front! "Au Backe!", rief ich meinen Kameraden zu, "Jetzt wird es brenzlig, die drehen durch!" Mit weit aufgerissenen Augen sah mich der Hauptmann aus Forst an und schrie: "Ich lasse mich nicht abschlachten!", lief zu dem Birkenwäldchen und im Laufen nestelte er seine Pistole aus dem Futteral. "Bleiben Sie doch hier!", versuchte ich ihn aufzuhalten, aber es half nichts. Dann sah ich auch noch den Leutnant, der vor zwei Tagen mit der Verpflegung gekommen war. Er lief mit der Pistole in der Hand hinterher, wollte auch nicht auf meine entsetzten Rufe hören! Kurz danach krachten aus dieser Richtung zwei trockene Schüsse, Pistolenschüsse, sie hatten sich selbst erschossen! "Warum denn bloß, die Russen können doch nicht alle umbringen!", schoß es mir durch den Kopf. Aber jetzt blieb keine Zeit zum Grübeln oder Überlegen. Eine regelrechte Panik war ausgebrochen. Drüben bei der Flak-Abteilung hörte man schon die hohen Schreie der Blitzmädels und alles ging in eine Art Chaos über. Ein Feldwebel, mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet, hatte alle Orden abgemacht, trat auf mich zu: "Herr Leutnant, wenn ich Ihnen einen guten Rat geben darf, legen Sie ganz schnell das Ritterkreuz ab! Ich habe mit eigenen Augen erlebt, wie die Schweine unseren Bataillonskommandeur, auch ein Ritterkreuzträger, einfach abgeknallt hatten. Ein Offizier war es, der sagte nur: 'Du hast viel Russen getötet, jetzt bist Du dran!' und dann drückte er ihm den Revolver an die Schläfe. In dem ganzen Durcheinander konnte ich mich verdrücken, das war am Rand von Budapest, damals." An falschem Heldenmut wollte ich natürlich auch nicht zu Grunde gehen, nahm den Orden ab und auf die Gefahr hin, daß es zu Leibesvisitationen kommen könnte, grub ich mit dem Stiefelabsatz schnell ein Loch, etwa 2 Schritte von dem Sockel des Hochspannungsmasten entfernt und legte das Kreuz hinein. Da kamen sie auch schon zu unserem Haufen heran gestürmt. Vor ihnen her stürzte ein Artillerie-Hauptmann, der zu uns abgedrängt war. Er hatte noch das goldene Hackenkreuz der so genannten Ehrenblattspange angesteckt. "Um Gottes Willen, machen Sie das Ding ab, die schießen Sie über den Haufen!", rief Werner Schmidt und hilf ihm auch gleich das Ehrenzeichen abzureißen. "Wie soll das bloß enden?", stöhnte er, "das sind doch keine Soldaten, das ist Soldateska!". Dann waren sie heran: "Du Offizier, alles antreten, an Straße - Dawai-dawai-bistrei-schniell-schniell!", schrie der Vorderste, der Mütze nach zu urteilen, ein Offizier der Roten Armee. Von dem Lager der Flak und der SS kamen jetzt Lkws und Zugmaschinen herangefahren, alle voll besetzt, steuerten sie zur Straße hin. "Männer, es hilf nichts, alles zur Straße, jeder versucht, einen Platz auf den Fahrzeugen zu kriegen!" Ein paar versuchten noch in die Büsche zu entkommen, aber die Russen hatten schon das ganze Lager eingekreist und trieben die Wagemutigen mit Kolbenstößen zurück. Wild durcheinander hangelten wir auf einen Lkw, verloren jede Verbindung zu bekannten Gesichtern und jeder war darauf bedacht, sein Bündel festzuhalten. Wer nicht gleich aufsteigen konnte, wurde mit Kolben gestoßen und mit Füßen getreten. Dabei ständig die schreienden Fragen der Plünderer: "Uri-Uri, los-los, dawai!" Immer und immer wieder hörte ich diesen widerlichen Schrei, der uns noch Jahre begleiten sollte, nämlich das gebrüllte "DAWAI-DAWAI" und wenn es gesteigert wurde, hingen sie noch "BISTREIJ-BISTREIJ" an, was so viel wie schnell-schnell heißt und uns besonders antreiben sollte. Im Augenblick schüchterte es uns gewaltig ein und keiner wagte sich gegen diese gewalttätigen, verschwitzten Kerle aufzulehnen. ... "
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